Mitglied des Deutschen Bundestages

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Politik mit klarer Haltung

Fragen an Thomas Gebhart

Als ich 1989 im Fernsehen gesehen habe, wie die Menschen in der DDR für ihre Freiheit und ihre Rechte auf die Straße gehen, hat mich das total beeindruckt. Dieser Anspruch, etwas zum Besseren verändern zu wollen, hat mich begeistert und motiviert. Insofern war die friedliche Revolution der Startschuss für mein politisches Engagement.

An der CDU überzeugt mich damals wie heute, dass die Partei Entscheidungen an christlichen Werten ausrichtet. Da ist zum einen die Verantwortung für die Schöpfung zu nennen: Bereits in meiner Zeit als Landtagsabgeordneter habe ich eine Enquete-Kommission zu den Folgen des Klimawandels initiiert. Ich bin überzeugt, dass dies eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist. Im Bundestag durfte ich dann als Teil der Deutschen Delegation bei den Weltklimakonferenzen mitarbeiten.

Das christliche Menschenbild ist für mich die Grundlage meines Handelns – es sagt viel darüber aus, wie wir miteinander umgehen wollen. Die Menschlichkeit einer Gesellschaft erkennt man in meinen Augen auch daran, wie sie mit alten und kranken Menschen umgeht.

Ich beobachte bei meiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter, aber auch im Privaten, einen zunehmenden Mangel an Respekt und Wertschätzung. Das möchte ich nicht einfach so hinnehmen. Ich wünsche mir, dass die Formel „Respekt ist schick!“ wieder gilt. Zu einer lebenswerten Heimat gehört für mich eben auch ein respektvoller Umgang miteinander. Dafür werbe ich im persönlichen Gespräch, bei Veranstaltungen und Terminen. Und ich glaube: es wirkt. Mehr Infos: https://respekt-ist-schick.de/.

Das gilt übrigens auch in der Politik: Politisch müssen wir in der Sache hart streiten können. Aber persönlich sollten wir immer ordentlich miteinander umgehen.

Auch auf andere Bereiche unseres Staates lässt sich das übertragen: Es ist eine Frage von Respekt, dass wir uns vor diejenigen stellen, die uns schützen. Das gilt für Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Soldatinnen und Soldaten und Polizei. Sie setzen ihre Gesundheit und ihre Leben ein für unsere Sicherheit.

Für mich ist Ludwig Erhard bis heute aktuell. Er hat uns mit der sozialen Marktwirtschaft ein Leitbild hinterlassen, das wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Sicherheit verbindet. Auch hier zeigt sich die Menschlichkeit unserer Gesellschaft: Die Absicherung des Einzelnen im Krisenfall wird vom Wirtschaftssystem mitgetragen. So ist eine starke Wirtschaft am Ende für uns alle da.

Deutschland muss ein starker Wirtschaftsstandort bleiben. Hierfür gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.

Der zweite Weltkrieg war eine tiefe Zäsur. Nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Der zweite Weltkrieg und das damit verbundene unsägliche Leid hatte Europa in Trümmern gelegt. Sprichwörtlich, aber auch gesellschaftlich. Nach Jahren des Hasses und des Krieges ist die Deutsch-Französische Freundschaft für mich die klügste Antwort, die man damals geben konnte.

Aus den ehemals befeindeten Staaten wurden Freunde. Die guten Beziehungen zu Frankreich, die sich seit den Nachkriegsjahren entwickelten, legten den Grundstein für Frieden und Wohlstand in Europa. Bis heute profitieren wir in der Südpfalz ganz greifbar von der deutsch-französischen Freundschaft. An diese Freundschaft gilt es für mich heute anzuknüpfen und sie zu pflegen. Ganz konkret tue ich dies zum Beispiel durch gemeinsame Bürgersprechstunden mit meinem französischen Parlamentskollegen Frédéric Reiss. Wir kümmern uns darum, dass unsere Länder noch näher zusammenwachsen können. So habe ich mich dafür eingesetzt, dass bei der Bundespolizei eine deutsch-französische Einheit entsteht.

Heimat ist für mich ein Lebensgefühl. Natürlich gehören die wunderbare Natur der Südpfalz dazu, das gute Essen und das milde Klima. Ganz besonders wird die Südpfalz aber geprägt von den einzigartigen Menschen hier. Unzählige Ehrenamtliche prägen das Leben in der Südpfalz mit ihrem Engagement für andere, mit ihrer Geselligkeit, mit ihren Fähigkeiten in Sport, Kultur und Musik. Diese Ehrenamtlichen lade ich daher auch regelmäßig nach Berlin ein, denn sie sind Botschafter der Südpfalz. Dazu gehören für mich in ganz besonderer Weise auch die Weinköniginnen und Hoheiten der Südpfalz. Sie stehen in herausragender Weise symbolisch für unsere Heimat.

Heimat ist auch die ganz eigene familiäre Tradition: sich bewusst machen, was die eigenen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und vielleicht Ururgroßeltern erlebt haben und welche Bedeutung das für mich und meine Kinder und Kindeskinder hat und haben könnte. Als mein Heimatlandkreis Germersheim vor einigen Jahren 200 Jahre alt wurde, habe ich mir meine Familiengeschichte vor Augen geführt.

Politik ist meine Leidenschaft. Ich mache das jeden Tag aufs Neue unheimlich gerne. Seit 17 Jahren darf ich meine Heimat politisch vertreten – zuerst im Land und jetzt im Bund. Um überzeugende Politik zu machen, habe ich den Anspruch, mein Handeln stets vor mir selbst vertreten zu können. Ich muss daher jeden Tag in den Spiegel schauen können. Wenn das irgendwann nicht mehr der Fall sein sollte, würde ich mein Mandat niederlegen.