Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart (CDU) hat sich bei den Planern des Fernleitungsnetzbetreibers GASCADE über den aktuellen Stand der geplanten Wasserstoffleitung „HYKA“ von Ludwigshafen nach Karlsruhe informiert. Die Pipeline wird auch durch den Kreis Germersheim verlaufen. Das Vorhaben ist Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und soll einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung wichtiger Industriezweige leisten. Es eröffnet der Region neue wirtschaftliche Chancen.
Nach derzeitigem Stand ist die Inbetriebnahme der Leitung zum Ende des Jahres 2030 vorgesehen. Die Trasse wird gemäß Wasserstoff-Kernnetzbeschluss der Bundesnetzagentur linksrheinisch durch Frankenthal, den Rhein-Pfalz-Kreis und den Landkreis Germersheim verlaufen. Sie soll vor allem entlang bestehender Infrastrukturen verlaufen, etwa parallel zur Bundesstraße B9 oder zu bestehenden Strom- und Gasleitungen. Zusätzlich zur Leitung wird Glasfasertechnik verlegt, um alle Steuerungs- und Überwachungsfunktionen der Pipeline sicherzustellen.
Spätestens alle 18 km plant GASCADE entlang der Trasse Absperrstationen. Damit können Leitungsabschnitte für Wartungsarbeiten gesperrt werden. An diesen Absperrstationen lassen sich aber auch Anschlussleitungen mit der Pipeline verbinden. Damit können sich Unternehmen dort direkt an das Wasserstoffnetz anschließen. Dies ermöglicht insbesondere energieintensiven Branchen wie der Chemie-, Glas-, Papier- und Automobilindustrie den Zugang zu Wasserstoff im großen Stil.
Die Bauzeit der Wasserstoffleitung beträgt rund anderthalb Jahre. Nach derzeitiger Planung finden die Bauarbeiten überwiegend im Jahr 2030 statt. GASCADE versucht, die Eingriffe in Natur und Landwirtschaft so gering wie möglich zu halten. Während der Bauarbeiten wird der Oberboden abgetragen und seitlich gelagert, danach wird die Leitung in einem Rohrgraben in der Erde verlegt und anschließend der ursprüngliche Zustand weitgehend wiederhergestellt.
Entlang der Trasse wird ein zehn Meter breiter Schutzstreifen eingerichtet, auf dem keine Gebäude oder Bäume stehen dürfen. Eine landwirtschaftliche Nutzung bleibt jedoch möglich. Dauerhaft geht keine landwirtschaftliche Fläche verloren, da die während der Bauphase beanspruchten Flächen anschließend wieder bewirtschaftet werden können. Die Leitung wird mindestens einen Meter tief im Boden liegen.
Bevor die Bauarbeiten beginnen können, sind noch mehrere fachliche Prüfungen erforderlich. Für 2027 ist das Raumordnungsverfahren vorgesehen. Daran schließt sich das Genehmigungsverfahren nach dem Energiewirtschaftsgesetz an, das voraussichtlich bis Mitte 2029 dauern wird.
Thomas Gebhart erklärt im Anschluss an das Gespräch: „Die geplante Wasserstoffpipeline ist eine riesige Chance für die Südpfalz. Der Zugang zu Wasserstoff wird für viele Unternehmen zu einem entscheidenden Standortfaktor und damit zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Ich halte es für wichtig, dass die Planungen zügig und im Dialog mit den betroffenen Kommunen und Grundstückseigentümern vorangetrieben werden. So kann dieses Zukunftsprojekt auf breite Unterstützung stoßen und ein Gewinn für die ganze Region werden. Am Ende geht es um die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft.“