Mitglied des Deutschen Bundestages
Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit

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Martin Brandl und Dr. Thomas Gebhart: Drohender Ärztemangel seit Jahren bekannt – Land muss dringend mehr Studienplätze schaffen

30. August 2021

Der Landtagsabgeordnete Martin Brandl und der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) mahnen erneut Maßnahmen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Rheinland-Pfalz an. „Das Land hätte längst deutlich mehr Studienplätze schaffen müssen. In Rheinland-Pfalz bräuchten wir gut 1000 junge Ärzte pro Jahr, um jene zu ersetzen, die ins Ruhestandsalter kommen. Es gibt aber nur 432 Studienplätze. Und viele junge Menschen würden gerne Medizin studieren, erhalten aber keinen Studienplatz. Das passt überhaupt nicht zusammen“, so Gebhart und Brandl.  

Seit Jahren stellt Brandl hierzu Kleine Anfragen, u.a. zur Altersstruktur der Hausärzte – inzwischen ist allgemein bekannt, dass der Großteil der Hausärztinnen und Hausärzte in den kommenden Jahren ins Rentenalter kommt. Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktion hatte sich im Jahr 2017 mit einer Großen Anfrage nach der Situation und Entwicklung der Ärzteversorgung in Rheinland-Pfalz erkundigt. 

Aus den Antworten zu Brandls Kleiner Anfrage vom Januar dieses Jahres geht hervor, dass aktuell bei den 73 zugelassenen Hausärztinnen und -ärzten der Großteil über 50 Jahre alt ist – 28 im Alter von 51 bis 60 Jahren, 29 sind älter als 60 Jahre. Zusammen sind das 78 %. Nur drei Hausärzte sind höchstens 40 Jahre alt, 16 im Alter von 41 bis 50 Jahre.  

Brandl: „Die Probleme sind seit Jahren bekannt, aber die Landesregierung verschließt die Augen. Es ist naheliegend, dass ein Arzt, der heute 61 Jahre alt ist, in zehn Jahren dann über 70 sein wird und mit erheblicher Wahrscheinlichkeit nicht mehr praktiziert.“ 

Brandl und Gebhart bekräftigen die langjährige CDU-Forderung, mehr Ärzte auszubilden. „Aber das Land stellt die erforderlichen Studienplätze nicht zur Verfügung“, monieren die Abgeordneten. Selbst wenn Kommunen noch so attraktive Rahmenbedingungen schaffen würden – wenn keine Ärzte ausgebildet würden, seien auch einfach keine da. „Wir fordern erneut, mindestens 200 Medizinstudienplätze so schnell wie möglich an der Mainzer Universitätsmedizin zu schaffen“, so die Abgeordneten. Grundlegend sei hierbei, diese durch das Land ausreichend zu finanzieren. Perspektivisch müssten Studienplätze auch in anderen Regionen des Landes angeboten werden. Hierzu seien auch Kooperationen mit anderen Universitäten denkbar. 

Weiter schreibt die Landesregierung, in den letzten fünf Jahren seien 6 Einzelpraxen und eine Zweigpraxis im Kreis Germersheim neu eröffnet worden, während 15 hausärztliche Praxen geschlossen wurden. Im selben Zeitraum seien 18 Hausärztinnen und Hausärzte aus der vertraglichen Versorgung ausgeschieden. Gebhart: „Diese Entwicklung ist mehr als nur besorgniserregend.“ Brandl: „Die Landespolitik muss endlich wirkungsvolle und zukunftsgerichtete Maßnahmen ergreifen!“